Samstag, 14. Februar 2015

"Cheaponomics: The High Costs of Low Prices" von Michael Carolan

Von Ralf Keuper

In der Süddeutschen Zeitung vom 10.02.2015 bespricht Adrian Lobe in dem Beitrag Die hohen Kosten niedriger Preise das Buch Cheaponomics: The High Costs of Low Prices von Michael Carolan.

Darin belegt Carolan, dass billig letztendlich sehr teuer kommt. Lobe schreibt dazu:
Die Quittung für diese Billigwirtschaft bekommen wir erst mit zeitlicher Verzögerung: In Form von Volkskrankheiten, Umweltschäden oder Armut. Carolans Kernargument ist, dass die Kosten für die Allgemeinheit abgewälzt werden: über Steuern, Subventionen, und vor allem ökologische und soziale Folgekosten. Wenn die in China hergestellte Mikrowelle billiger ist als der Gemüsekauf beim lokalen Biobauern, läuft etwas schief. Carolan argumentiert, dass das Preissystem nicht funktioniert und falsche Anreize schafft. Wir kennen das aus dem Alltag: Das T-Shirt gibt es für drei Euro, das Kilo Schweinehals bisweilen für zwei Euro, und den Burger bei der Fast Food-Kette für 1,50 Euro. Günstig ist das Gift der Gesellschaft, in der immer noch das "Geiz-ist-geil"-Credo aus der Werbung nachhallt.
Mit einer Lenkungsabgabe für Wasser und Energie will Carolan der Billig-Wut entgegenwirken. Um damit nicht die Schwächsten zu treffen, tritt er für Freibeträge ein. Lobe schreibt weiterhin:
Der Autor unterbreitet den interessanten Vorschlag, dass Internetkonzerne wie Facebook oder Google für den immensen Energieverbrauch ihrer Rechenzentren besteuert werden sollen. Zusammengerechnet verbrauchen alle Serverfarmen dieser Welt mehr Energie als Deutschland. 
Kann man drüber diskutieren.

Weitere Informationen:

Billig ist in Wahrheit teuer



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